Freitag, 15. Juli 2011

Bornholm per Bus und dann nicht Ystad sondern Simrishamn

Meine lieben Mitleser,

mein erstes Starkwinderlebnis in einem Hafen mit Schwimmstegen und Y-Auslegern habe ich nun hinter mir und sitze im Bauch von Snoopy und warte auf das richtige Wetterfenster, um die Reise fort zu setzen.

Aber was ist seit dem Erreichen von Bornholm passiert?

Ich habe mich dann doch schweren Herzens entschlossen, dass Bornholm mein diesjähriges Bergfest ist und ich ab nun den Rückweg antreten werden ( Manfred, deine Beschreibungen über Bleckingen kommen damit nur mehr bedingt zu Einsatz, schade ).

Unter diesem Aspekt habe ich auch keine Umrundung von Bornholm per Schiff gemacht, sondern mir die Insel mit dem Bus angesehen. Wer das auch machen möchte, dem kann ich das nur empfehlen. Das Busnetz ist gut ausgebaut und man kann mit einem Tagesticket so oft aus und wieder zusteigen, wie der Verbindungsplan zulässt.

Ich bin zuerst in die Ausstellung NaturBornholm gefahren. Machte um 1000 auf und somit konnte ich zuerst gemütlich frühstücken und um 0910 den Bus gleich am Fährterminal nehmen. Auf der Fahrt fiel mir auf, das auf Bornholm eine Menge Getreide angebaut wird, passt aber wieder zur Aussage, dass Bornholm die sonnenreichste Insel Dänemarks sei.

Die Ausstellung in NaturBornholm beschäftigt sich mich der Herkunftsgeschichte von Bornholm und was so in der letzten 1.700.000.000 Jahren passiert ist ( hoffentlich keine Nuller zu viel oder zu wenig ;-) ).
Ist optisch gut aufbereitet, bis hin zum Rütteln in Kinostuhl, wenn auf dem Schirm gerade ein Erdbeben zu sehen ist.

Danach weiter nach Svaneke. Ist, so sagt und liest man, der schönste Ort auf Bornholm. Ist sehenswert. Viele kleine Gassen, Handwerksgeschäfte, Bistros und der aus dem Granit herausgesprengte Hafen mitten im Ortskern. Ist mächtig was los während des Tages, denn jeder der auf Bornholm ist möchte da natürlich hin. Der Hafen war bereits zu Mittag 50% voll oder noch immer voll, Päckchen liegen war die einzige Wahl. Wie das aussieht, wenn man später wie 1800 rein will, weiss ich nicht.

Danach stand natürlich die Festung Hammerhuis auf dem Programm. Also Bus bestiegen und dahin gefahren. Ist schon eine imposante Anlage und sehr weitläufig. Man muss immer bedenken, das alles wurde nur mit Menschenkraft und Flaschenzügen bewerkstelligt.

Dann wieder zurück nach Rönne und die Stadt zum Abschluss des Tages erlaufen.
Bilder des Tages im Anhang.

Dann habe ich nach einem weiteren Tag in Rönne den Absprung nach Schweden gepackt, denn danach war wieder Starkwind angesagt.

Die Überfahrt war eine nicht enden wollende Kreuzerei, da der Wind doch in einem sehr spitzen Winkel aufschlug und durch das Verkehrstrennungsgebiet bin ich deswegen auch nicht genau im rechten Winkel durch, sondern leicht schräg, weil das der maximal mögliche Segelweg war, den ich noch durch Motor unterstützte, um so schnell wie geht die ca. 5-6 NM zurückzulegen.

Danach habe ich dann das Ziel geändert. Nach Ystad hätte ich noch mal ca. >20 NM aufkreuzen müssen und zu diesem Zeitpunkt war ich schon 8 Stunden unterwegs. So habe ich als Tagesziel Simrishamn erkoren, denn dahin konnte ich mit raumem Wind und Welle ablaufen. So wurde es statt Ystad und 35NM Simrishamn und 46NM.

Im Hafen von Simrishamn ist alles als Schwimmsteg ausgelegt und dazu gibt es eine Abhandlung im Segel-Forum ( Klick ) und bei meinen FS22'lern ( Klick noch mal ), wo ich mal wieder die Wissenden abgefragt habe. War eine wackelige Nacht mit bis zu 35 Kts. und ordentlich Regen. Habe meine Festmacher und Springleinen mehrfach umgestaltet. Ab man lernt ja immer wieder was dazu.

So und nun wieder ein paar Bilder und zwei YouTube Filmchen:


Immer wieder die tollen Oldtimer in Skandinavien


Seitenstrasse in Rönne


Diese Boliden begegnen Dir draußen 
mit 45 Knoten !!!!


Besagter Getreideanbau aus dem 
Bus fotografiert


Rönne auf dem Weg zur City


Versteinerte Wellen vor der Ausstellung


BusPlan Bornholm


erstes Hafenbecken in Svaneke, der
Gästehafen ;-)


Hammerhus vom Land gesehen


Der innere Bereich der Anlage


Der neue Trollfreund


Predigtstuhl in der Kirche
vo Aakirkeby


Windfinder sollte Recht behalten


Suche nach der Verstellschraube
zum Verändern des Leerlaufes


Ganz ohne Schaden ging die Nacht
doch nicht vorbei !!
Bei mir ist nichts passiert.


Und jetzt noch die Links von zwei kleinen Videos:





Viele Grüße

Walter und Snoopy

Freitag, 8. Juli 2011

Bornholm, der nördlichste Punkt meiner Reise ???

Hallo liebe Mitlesende,

also ehrlich, ich weis es noch nicht ;-).

Habe heute mit meiner Regierung zu Hause telefoniert und Sie überlässt es mir !!!

Mist, muss ich schon wieder eine Entscheidung treffen. Und das wollte ich doch nicht mehr machen, nach meinem Ausscheiden aus dem Berufsleben p-).

Na gut, also der Reihe nach:

Nach einer längeren Regenpause in Vitte habe ich dann doch an dem ersten Regenfreien Morgen diesen "geschichtsträchtigen" Hafen verlassen und mich nach Glowe aufgemacht.
Na ja , viel Wind hatten wir nicht, ehrlich gesagt gar keinen, nix, null .....

Also musste die gesamte Strecke motort werden. Mag ich gar nicht, hab ja ein Segelboot. Aber in Vitte mich einzementieren lassen, wollte ich auch nicht. Also ging es nur so.

Glowe ist eine solide Startbasis für den Sprung nach Bornholm, erstens die beste Route nach Rönne und zweitens ein gutes Hafen mit einem Nettomarkt im Ort, um sich für Dänemark zu verproviantieren.

Am Montag in Glowe angekommen und das Wetterfenstern für Donnerstag passte. Also einen Relaxtag und einen Putz und Aufräumtag, alles palletti.

Am Mittwoch noch Christoph aus dem SF-Forum getroffen, geht am Donnerstag mit nach Bornholm. Auch die Biga 24 aus Göttingen schließt sich an. Sind schließlich 55 NM offenes Wasser ;-).

0500 an Donnerstag ging es los. Es wurde eine relaxte Überfahrt mit etwas zu wenig Wind aber nachhaltenden Ereignissen:

Zuerst zu leicht bekleidet, musste ich nach zwei Stunden eine zweite Underware nachrüsten und hierbei geschah ein Missgeschick, Details später.

Die Überfahrt war teilweise echt einsam, ich habe max. 6 - 8 Boote gezählt, und das auf eine Zeitstrecke von 13 Stunden. Da kann eine Rettungsinsel schon mal ganz passend sein ;-).

Zu meiner Begleitung, der Biga 24 aus Northeim bei Göttingen hatte ich auf die gesamte Distanz Blickkontakt, aber mit meiner Handquetsche keine Funkkontakt ;-((.

Nach ca. 13 Stunden war die Überfahrt geschafft und auch ein passender Platz im Hafen gefunden.

Nach dem die Festmacher fixiert waren, Hafenmanöver haben durch die Aussenbordermitlenkung ihre Schrecken verloren und Anleger klappen ganz manierlich, hörte ich ein Gluckern und Blubbern an Backbord. Hmm, was ist das. Gucke in die Backskiste, hoffentlich nichts mit dem Sprit!!

Nein, es ist davor. Davor !!!

Küche, Wasser ??  Ich stürze unter Deck, ziehe meine Küche aus der Parkposition und AUA, da steht Wasser, und nicht zu knapp !!

Also keinen Roman, sondern die Fakten ;-((( !!

Als ich mit die zweite Unterhose am Morgen angezogen habe hat mich kurz das Gleichgewicht verlassen und ich habe mich auf die Koje zurückfallen lassen. Dabei habe ich instinktiv die Arme ausgebreitet und mich nach hinten abgestützt.

Ja und dabei muss ich den Schalter meiner Wasserpumpe für das Spülbecken aktiviert haben. Konsequenz war das Absaugen der noch enthaltenen ca. 40 Liter Frischwasser aus dem Tank ins Waschbecken der Küche, die ich aber, brav wie ich bin, am Seeventil gesperrt hatte. Also ging das ganze in die Bilge und beide Kojenstauräume. Sprich Snoopy hatte 40 Liter schön verteilt in allen Stauräumen.

Und ich hatte bis 2230 zu tun, alles Trocken zu legen, um größeren Schaden beim Vorrat und Equipment zu vermeiden. Man, das braucht man nach 13 Stunden Brummfahrt ( meine Motor lief mit ).

Habs aber schnell und einigermaßen "trocken" geschafft und sitze jetzt hier 24 Stunden später schon wieder entspannt an der Tastatur ;-).

Habe heute gleich einen Sicherheitsschalter vor den Pumpenschalter gesetzt, der erst geschaltet werden muss, bevor die Pumpe genutzt werden kann. Aus Schaden muss man doch was lernen, ooddeerr.

So nun noch ein paar Bilder von der Tagen und der Überfahrt und natürlich das obligatorische VIDEO.

Schöne Grüße


Am Morgen nach dem letzten Gewitter


So schön kann eine Reise beginnen


Lohme querab, Rügen ade


Sonnenaufgang in Glowe


Abstimmung in Glowe


Modernes Hafengebäude Glowe


Blick nach Oben auf dem Weg nach Bornholm


Roenne noch eine Stunde, puuhh






Walter und die immer noch dichte Snoopy ;-)

Donnerstag, 30. Juni 2011

Jetzt ist für min. 3 Tage nichts mit Segeln :-((

Hallo liebe Mitlesende,

auch das gehört zwangsläufig zu einem längeren Törn dazu:

Eine Schlechtwetterphase.

Eine hatte ich ja bereits an der Schlei zum Start und jetzt nach vielen schönen Westwindtagen auf dem Wege hierher hat es mich mal wieder erwischt.

Die nächsten Tage heissen Regen und > 20 Kts., in Böen bis 30 Kts. !

Da muss ich nicht raus.

Werde hier im Bauch von Snoopy sitzen, dösen, lesen, SF-stöbern ;-), meine Nackensteakvorräte dezimieren, DLF hören, und wenn es mal nicht regnet, auch den Kopf rausstecken.

Ach ja, natürlich Boot aufräumen und Heizung laufen lassen.
Haben draußen nämlich lausige 12 Grad. Und das ist Sommer ;-).

Hab mir heute morgen noch die neue Palstek gekauft, damit ist min. ein Regentag ausgefüllt.

Liege nur mit dem Popo zum Wind, wie ihr an den angehängten Fotos sehen könnt, aber auch wenn ich anders herum liegen würde, wären bei den Temperaturen die Schoten dicht.

So bald das hier beendet ist, werde ich wieder berichten, wohin mich der Wind verschlägt.

Und hier ein paar Stimmungsbilder aus dem Bauch von Snoopy:


Das Schiebeluk, mit dem Regen
aus der falschen Richtung


Hier passieren die kulinarischen
Köstlichkeiten ;-)


Ein Blick in die schwankenden
Riggs der Nachbarn


Und dann gleich mal nach oben, ob
bei Snoopy noch alles iO ist.

Es grüßen die zwei durchgeschüttelten
Snoopy und Walter