Mittwoch, 15. Juli 2009

Wieder da ;-), aber erstmal der Reihe bzw. Sm nach …


Wie ich ja schon in den vorherigen Beiträgen erwähnte, liegen meine Erfahrungen ca. 35 Jahre zurück. Aber die Wiedererweckung begann mit einem Segeltörn auf dem Stettiner Haff unter der Anleitung und dem Verständnis des Anatra-Skippers Lothar.

Die erwartete Unsicherheit war unverkennbar, aber dank des leichten Windes am ersten halben und am zweiten Tag nicht so, dass Lothar um mich keine Angst haben musste. Zuerst ging es von Ueckermuende nach Polen, genauer nach Schwienemünde.

Der Wind langte nur für max. 3 – 4 Knoten.

Es war genau das Segeln, was ich mir gewünscht habe. Viele Fragen musste der arme Lothar beantworten, denn der A-Schein von der Alten Donau in Wien hat wirklich nur noch Anekdotenwert.
Etap 23i „Anatra“ hat ja bereits die lange Reise nach Happaranda geschafft und damit konnte sie mich schon beeindrucken. Alles war in meinen Augen an der Praxis eines langen Törns gemessen. Lothar ist ganz klar ein Verfechter des Weniger ist Mehr bzw. keine Elektronik kann auch nicht kaputtgehen. Will heissen: Back to the basics.
Ich bin da eher der technikverliebte Nerd. Mal sehen, habe mir aber auch vorgenommen diese Technik, wo es möglich ist, abzusichern. Zum Beispiel Kartenplotter durch Seekarten des zu befahrenden Gebietes etc.

Am zweiten Tag sind wir auf die Ostsee raus. Auf Grund des geringen Zeitfensters war dies auf diesen einen Tag begrenzt. Der Wind war uns aber nicht sehr zugetan. Meist wurde er zu großen Teilen durch die vorhandene Strömung ausgebremst.



Wie der Strom aus der Mündung in die Ostsee setzte, erkannte ich erst beim zurückfahren in den Hafen. Da mussten sich ja die Möwen und Kormorane auf den Bojen anschnallen .

Auch der zweite Abend im Gasthafen von Swinoujscie war super, nette polnische Stegnachbarn, die an einer Segelregatta rund Rügen und Usedom teilgenommen hatten und nun auf dem Heimweg waren.

Und unsere Lokalität in der Altstadt, wo man super und günstig essen konnte. Nur die kleine Bude am Hafen, die eigentlich frische Brötchen zu bieten hatte war erst ab 08:00 Uhr geöffnet, was für die meisten Segler mit einem größeren Tagespensum zu spät ist, also morgens per Pedes in die Stadt und einen Bäcker suchen.

Die Rückfahrt nach Ueckermuende bestand aus drei unterschiedlichen Teilen:

- dem Motoren auf der Kaiserfahrt

- dem Suchen nach Wind auf dem ersten Teil des Haffs und

- dem schönen Segeln bei 4 – 5 Knoten und halbem Wind auf der Reststrecke zum Yachthafen Ueckermuende. Hier spürte ich das erste Mal, was es heissen kann, wenn der Wind den Gegenpart spielt. Richtiger Ruderdruck war spürbar und Lothar liess mich das auch ohne Eingriffe spüren.

Danke nochmals für das Vertrauen und die Geduld bei den vielen Fragen. Wir haben uns locker vereinbart, dass es eine Fortsetzung geben wird. Wo, wann und auf welchem Boot haben wir bewusst offen gelassen, da es ja sein kann, dass sich ein Traum erfüllt .

600 km auf kleinstem Raum ergibt gefühlte Mehrfuß auf dem Boot

Die Vorbereitungen für beide Törns, Stettiner Haff und Helsinki –> Danzig sind aus meiner Sicht abgeschlossen.
Heute Abend werde ich meinen Tieflieger mit den drei Gepäckstücken randvoll beladen und um sechs Uhr den ersten Gang per Lenkradtasten einlegen (Wou) und losdüsen.




Das Navigon auf dem iPhone sagt 598 km und ca. 6 Stunden Fahrzeit, so dass ich zwischen 12 und 13 Uhr vor Ort sein kann. Mal schauen was der Verkehr dazu sagt.
Habe mal eben den Windfinder bzgl. des Wetters und des Windes für das Stettiner Haff befragt und das Orakel sagte: Wind 2-3,Temperaturen 24-30, Regen wenn dann Freitag und Windrichtung (Die Frage ist jetzt nicht dein Ernst ;-( ).
Sieht also gar nicht so schlecht aus für einen Wiedereinstieg ins aktive Seglerleben nach über drei Jahrzehnten.
Ich glaube heute Abend brauche ich zur Dämpfung meines Nervenkostümes ein Glas guten Rotweines mehr.
So ist das halt mit den alten Männern

Montag, 13. Juli 2009

Noch drei Mal schlafen, dann geht’s los!



Darf man sich als Mitfünfziger noch so richtig freuen wie dazumal in der Jugend?
Ist mir Wurscht, ich mach es

Heute hat mich Lothar angerufen und gefragt, ob noch alles in Ordnung geht mit unserem geplanten Törn im Stettiner Haff nächste Woche. Hähhh, hallo, K L A R - hab Dir doch letzte Woche sofort per SMS ok gemeldet???
Herrgott, kann noch nicht mal mehr eine Handy-Nr. aus einer Email richtig in die Kontakte meines iPhones übertragen.

„Ja, ja —> geht alles in Ordnung“ meine Antwort am Telefon.

Sind zwar jetzt leider nur noch etwas mehr als 50 Stunden, die uns bleiben, aber es wird der erste Segeltörn nach über 30 Jahren für mich.
Und Lothar sagt, wenn durch Wind und Wellen nicht anders machbar, segelt er am Wochenende allein zurück und ich könnte am Samstag per Zug von ??? nach Ueckermuende zurück fahren. Somit sind wir bzgl. der Törnplanung nicht so eingezwängt.

Hier am MacBook verbringe ich wahrscheinlich in den letzten Wochen zu viel Zeit, seit dem mich der Virus Segeln wieder erwischt hat.
Aber es ist halt toll hier und auf dem iPhone mit Wegpunktstrecken übers Haff oder sogar raus auf die Ostsee zu „Segeln“. So ging es bereits nach Karnin, nach Usedom, Kalkofen und Wolgast. Sogar auf das „Meer im Osten“ bin ich schon „rausgefahren“, nach Lohme auf Rügen ging’s.
Erst nachdem ich die Gesamtseemeilen auf dem iPhone las wurde der Törn erstmal archiviert.
Es ist sicherlich nicht mit dem Herzklopfen beim ersten wackeligen Schritt auf die Anatra zu vergleichen oder mit dem Gefühl, wenn nach dem Motorabstellen der Wind den Vortrieb übernimmt und das Fahrgeräusch der Welle am Heck anschwillt.
Nein, nicht aus einem der zig Segelbücher abgeschrieben – aber sicherlich sinngemäß im Kopf inzwischen verdrahtet und jetzt fast schon mechanisch in die Tasten des iPhones übertragen.

So Schluß für heute, ich mach noch einen Törn auf dem Haff